Wie berechnet man die Zustandsgleichung realer Gase mit Van der Waals
Berechnen Sie Druck, Volumen und Temperatur realer Gase mit der Van-der-Waals-Gleichung (1873): (P + a/V²)(V - b) = RT. Für N₂, O₂, CO₂, H₂O, CH₄, He, NH₃ — Basis von Linde, Air Liquide, BASF, Bayer, RWE, Aspen HYSYS, NIST REFPROP.
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Wie berechnet man die Zustandsgleichung realer Gase mit Van der Waals erlaubt die Beschreibung des Verhaltens nicht-idealer Gase einschließlich anziehender intermolekularer Wechselwirkungen und endlichen Molekülvolumens. Die Formel wurde 1873 von Johannes Diderik van der Waals (Universität Leiden, Nobelpreis 1910) als Doktorarbeit hergeleitet. Die Standardform ist (P + a·n²/V²)·(V - n·b) = n·R·T. Für CO₂: a=0,3640, b=4,267×10⁻⁵; für H₂O: a=0,5536, b=3,049×10⁻⁵. Sie ist die Grundlage für Berechnungen zur Erdgaskompression und -verflüssigung bei Linde Wiesbaden, BASF Ludwigshafen, RWE Essen, Bayer Leverkusen, und der Basis für die Simulation chemischer Prozesse in Aspen HYSYS und NIST REFPROP, eingesetzt von der deutschen und internationalen Industrie.
1. Van-der-Waals-Gleichung und Konstanten a, b
Die Konstanten a (Anziehung) und b (Eigenvolumen) folgen aus dem kritischen Punkt: a = 27/64·R²·T_c²/P_c, b = R·T_c/(8·P_c). Für CO₂ (T_c=304,1 K, P_c=73,8 bar): a=0,3640, b=4,267×10⁻⁵. Der Kompressibilitätsfaktor Z_c = P_c·V_c/(R·T_c) = 3/8 = 0,375 in Van-der-Waals; experimentell 0,27-0,29.
2. Konstanten für übliche Gase
- He — a=0,00346, b=2,38×10⁻⁵; T_c=5,2 K.
- H₂ — a=0,02476, b=2,66×10⁻⁵; T_c=33,2 K.
- N₂ — a=0,1408, b=3,913×10⁻⁵; T_c=126,2 K.
- O₂ — a=0,1378, b=3,183×10⁻⁵; T_c=154,6 K.
- CO₂ — a=0,3640, b=4,267×10⁻⁵; T_c=304,1 K.
- H₂O — a=0,5536, b=3,049×10⁻⁵; T_c=647 K.
- CH₄ — a=0,2283, b=4,278×10⁻⁵; T_c=190,5 K. Basis LNG Wilhelmshaven, Brunsbüttel, RWE.
- NH₃ — a=0,4225, b=3,707×10⁻⁵; T_c=405,4 K.
3. Gültigkeitsbereich und Korrekturen
Van der Waals beschreibt nicht genau: (
- Region nahe kritischem Punkt (Wilson-Renormierungsgruppe Nobelpreis 1982); (
- dichte Flüssigkeiten (Z_c=0,375 vs experimentell 0,29); (
- Gase mit starken polaren Wechselwirkungen (H₂O, NH₃, Alkohole — SAFT nötig). Maxwells Regel der gleichen Flächen korrigiert die Isotherme. Für Mischungen Lorentz-Berthelot-Mischungsregeln. Codes NIST REFPROP, Aspen HYSYS, ProMax, AVEVA implementieren komplexere Gleichungen
4. Numerische Beispiele
Beispiel 1 — CO₂ bei 25°C und 100 bar. V_m ≈ 4,9×10⁻⁴ m³/mol vs ideal 248 cm³/mol; Z = 1,98.
Beispiel 2 — N₂ bei 200 K und 50 bar. V_m,VdW ≈ 3,1×10⁻⁴ m³/mol; Z ≈ 0,93.
Beispiel 3 — H₂O am kritischen Punkt. V_c (VdW) = 9,15×10⁻⁵ m³/mol vs experimentell 5,6×10⁻⁵ → 63% Überschätzung.
5. Praktische Anwendungen
- LNG-Industrie: Linde Wiesbaden plant LNG-Anlagen Wilhelmshaven, Brunsbüttel; RWE Essen, Uniper, EnBW betreiben Erdgastransport
- Industriekühlung: NH₃, CO₂, Freon in Lebensmittel- und Chemieindustrie
- Pharmazeutische/Lebensmittelindustrie: superkritische CO₂-Extraktion für entkoffeinierten Kaffee, ätherische Öle, medizinisches Cannabis — eingesetzt von Tchibo Hamburg, Jacobs Bremen, Bayer Leverkusen
- Grüner Wasserstoff: Linde, Air Liquide Deutschland, Siemens Energy, Thyssenkrupp Nucera entwickeln H₂ für Mobilität und Industrie
- Petrochemie: BASF Ludwigshafen, Bayer, Wacker Chemie
- Kryotechnik: flüssiges He für MRT-Magnete, MPI für Festkörperforschung Stuttgart, DESY PETRA III — Linde, Air Liquide
6. Sonderfälle und fortgeschrittene Anwendungen
Für überkritische Fluide (T > T_c, P > P_c) sagt Van der Waals intermediäres Verhalten zwischen Gas und Flüssigkeit voraus — Basis der überkritischen CO₂-Extraktionsindustrie für entkoffeinierten Kaffee in Deutschland (Tchibo, Jacobs). Für Siedepunkt bei gegebenem P, numerische Lösung mit Maxwell-Regel. Für Joule-Thomson-Kühlung sagt Van der Waals den Inversionspunkt voraus — fundamental für industrielle Verflüssigung Linde-Verfahren für O₂, N₂, Ar bei Linde Wiesbaden, Air Liquide Düsseldorf. Für Öl- und Gasreservoire, Beschreibung des Tiefenzustandes (T bis 200°C, P bis 1000 bar) — fundamental für Wintershall Dea, BASF.
Aktualisiert im Juli 2026
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