Resonanzfrequenz Rechner: LC, RLC, Feder-Masse, Pendel
Berechne die Resonanzfrequenz f = 1/(2π√LC) für LC- und RLC-Schaltungen, Feder-Masse-Systeme und Pendel. Gütefaktor Q, Dämpfung und Periode. Vier Rechenmodi.
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Resonanz in schwingenden Systemen
Die Resonanzfrequenz ist die Eigenfrequenz, bei der ein schwingendes System bei äußerer Anregung am effizientesten Energie aufnimmt. Bei dieser Frequenz erreicht die Amplitude ihr Maximum (theoretisch unendlich ohne Dämpfung). Das Phänomen ist universell: elektronische Schaltungen, Saiten, Hängebrücken (der Einsturz der Tacoma-Narrows-Brücke 1940 war aeroelastische Resonanz), Mikrowellen (Wasser bei ~2,45 GHz). Jedes lineare System mit zwei gekoppelten Energieformen besitzt eine Resonanzfrequenz.
Idealer LC-Schwingkreis
Ein LC-Schwingkreis koppelt einen Kondensator C (Feldenergie) mit einer Induktivität L (Magnetfeldenergie). Ohne Widerstand pendelt die Energie zwischen C und L mit der Eigenfrequenz f₀ = 1/(2π·√(L·C)). Kreisfrequenz ω₀ = 1/√(LC), Periode T = 2π·√(LC). Beispiel: L = 100 μH, C = 100 pF → f₀ ≈ 1,59 MHz (AM-Bereich). Thomsonsche Schwingungsgleichung (1853), Grundlage aller Schwingkreise in Radio, TV, Funk, RFID.
Serien-RLC und Dämpfung
Ein zusätzlicher Widerstand R erzeugt Dämpfung. Dimensionsloses Dämpfungsmaß ζ = (R/2)·√(C/L). Unterkritisch ζ1 ohne Schwingung. Der Gütefaktor Q = (1/R)·√(L/C) = 1/(2ζ) misst die Selektivität: hohes Q = schmale Bandbreite, langsam abklingende Schwingung. Quarzoszillatoren erreichen Q ≈ 10⁴-10⁶.
Feder-Masse-System
Masse m an Feder mit Steifigkeit k (Hookesches Gesetz F = −k·x) schwingt mit f = (1/2π)·√(k/m). Periode T = 2π·√(m/k). Beispiel: m = 1 kg, k = 100 N/m → f ≈ 1,59 Hz. Unabhängig von der Amplitude (linearer Rückstellkraft-Ansatz).
Mathematisches Pendel
Länge L, Schwerkraft g (≈ 9,81 m/s²): Frequenz kleiner Schwingungen f = (1/2π)·√(g/L), Periode T = 2π·√(L/g). Galileos Isochronismus: die Periode ist amplitudenunabhängig (bis etwa 10°). Beispiel: L = 1 m → T ≈ 2,006 s. Großamplitudenkorrektur: T ≈ 2π·√(L/g)·(1 + θ₀²/16).
Weitere Resonanzen
- Physikalisches Pendel: T = 2π·√(I/(m·g·d)).
- Schwingende Saite: f_n = (n/(2L))·√(T/μ).
- Offene Pfeife: f_n = n·v/(2L); gedeckte: f_n = (2n−1)·v/(4L).
- Kepler-Bahnen: T² ∝ a³ (drittes Keplersches Gesetz).
Lorentz-Kurve
Bei erzwungener Schwingung folgt die Amplituden-Frequenz-Antwort einer Lorentzkurve um f₀ mit Halbwertsbreite Δf = f₀/Q. Genutzt in Funksendern (Sendersuchlauf), MRT (Protonen im RF-Feld), Musikinstrumenten, Seismographen.
Bedienung
Modi: LC-Schaltung, Serien-RLC, Feder-Masse, mathematisches Pendel. SI-Einheiten. Rechner gibt ω, T, Q, ζ und die Dämpfungsklasse aus.
Anwendungen
Analoge Radios (LC-Abstimmung), Audio-Bandpassfilter, Quarzoszillatoren (Digitaluhren, CPUs), induktive Sensoren, Wireless Charging (Qi 110-205 kHz), MRT (60-120 MHz bei 1,5-3 T), Mikrowellenherde (2,45 GHz), Schwingungsisolation, Bauingenieurwesen (Resonanz mit Erdbeben-/Windfrequenzen vermeiden).
Aktualisiert im Juli 2026
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