Exponentialverteilung-Rechner (PDF, CDF, Quantil)
Exponentialverteilung-Rechner: PDF f(x) = lambda e^(-lambda x), CDF, Überleben, Quantile, Momente. Wartezeiten, Zerfall, Zuverlässigkeit MTTF Analyse.
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Exponentialverteilung: Formeln
Stetige Verteilung für Zeiten zwischen Ereignissen in einem Poisson-Prozess. Parameter lambda > 0 (Rate).
- PDF: f(x) = lambda e^(-lambda x) für x >= 0.
- CDF: F(x) = 1 - e^(-lambda x).
- Überleben: S(x) = e^(-lambda x).
- Quantil: x_p = -ln(1-p)/lambda.
- Ausfallrate: h(x) = lambda konstant (gedächtnislos).
Numerisches Beispiel
Glühbirne lambda = 0.001 hr^(-1): P(Ausfall 500 hr) = 39.35 %. P(überlebt 2000 hr) = 13.53 %. Median = 693 hr.
Momente
- Erwartungswert: 1/lambda.
- Varianz: 1/lambda^2.
- Standardabweichung: 1/lambda.
- Median: ln(2)/lambda.
- Schiefe: 2.
- Wölbung (Exzess): 6.
Gedächtnislosigkeit
P(X > s+t | X > s) = P(X > t). Kein Altern. Einzige stetige Verteilung gedächtnislos.
Poisson-Verbindung
- Zeit bis erstes Ereignis Exp(lambda).
- Zwischenankunftszeiten i.i.d. Exp(lambda).
- Anzahl in [0, t] ist Poisson(lambda t).
MLE
lambda_MLE = n/(sum x_i) = 1/Mittelwert. CI Chi-Quadrat mit 2n Freiheitsgraden.
Verallgemeinerungen
- Gamma(k, lambda) Summe k Exponentialer.
- Erlang(k, lambda) Gamma ganzzahlig k.
- Weibull nicht-konstante Ausfallrate.
- Laplace doppelt-exponentiell.
- Verschobene Exponentialverteilung.
Zuverlässigkeit
MTTF = 1/lambda. Serie n: lambda_System = sum lambda_i. Badewannenkurve: Exponential nur Nutzungsphase.
Verteilungsprüfung
- Q-Q-Plot.
- Kolmogorov-Smirnov-Test.
- Anderson-Darling-Test.
- CV-Verhältnis = 1.
Anwendungen
- Zuverlässigkeit Komponenten.
- Warteschlangen M/M/1.
- Radioaktiver Zerfall.
- Telekom Anrufe.
- Finanz Trading.
- Klinisches Überleben.
- Sport Tore.
- Seismologie (begrenzt).
Geschichte
Erlang (1909) Telefonverkehr. Khinchin (1932) Warteschlangen. Epstein-Sobel (1953) moderne Zuverlässigkeit.
Rechnermodi
Fünf: PDF, CDF, Überleben, inverse Quantile, Momente.
Die Exponentialverteilung in der Warteschlangentheorie
Die Exponentialverteilung ist das Ruckgrat der Warteschlangentheorie, der Disziplin, die Wartezeiten in Schlangen untersucht. Das einfachste und verbreitetste Warteschlangenmodell, M/M/1 genannt, nimmt an, dass sowohl die Zeiten zwischen einer Ankunft und der nachsten als auch die Bedienzeiten Exponentialverteilungen folgen. Diese Wahl ist nicht willkurlich: die Gedachtnislosigkeit macht die Mathematik handhabbar und erfasst viele reale Systeme gut, von Bankschaltern bis zu Computerservern.
Dank dieser Annahmen erhalt man elegante Formeln fur praktische Grossen: die mittlere Kundenzahl in der Schlange, die mittlere Wartezeit, die Wahrscheinlichkeit, dass das System leer ist. Das Littlesche Gesetz, das die mittlere Zahl der Elemente in einem System mit der Ankunftsrate und der Verweilzeit verbindet, gilt unmittelbar. Die auf der Exponentialverteilung beruhende Warteschlangentheorie leitet die Dimensionierung von Telekommunikationsnetzen, Callcentern, Produktionssystemen und Recheninfrastrukturen, uberall dort, wo Kapazitat und Wartezeiten auszugleichen sind.
Vom radioaktiven Zerfall zur Zuverlassigkeit
Die Exponentialverteilung modelliert alle Prozesse, in denen das momentane Risiko eines Ereignisses uber die Zeit konstant bleibt. Der radioaktive Zerfall ist das archetypische Beispiel: ein instabiles Atom hat in jedem Augenblick dieselbe Zerfallswahrscheinlichkeit, unabhangig davon, wie viel Zeit bereits verstrichen ist, weshalb die Halbwertszeit uber die Beziehung mit dem Logarithmus von zwei an die Rate Lambda gebunden ist. Dasselbe gilt fur die Zeit zwischen Ausfallen elektronischer Bauteile in ihrer Nutzungsphase.
In der Zuverlassigkeit entspricht die konstante Ausfallrate dem flachen Abschnitt der beruhmten Badewannenkurve, dem mittleren zwischen der anfanglichen Fruhausfallphase und dem finalen Verschleiss. Genau hier liegt die Grenze des Modells: viele reale Systeme altern, das heisst ihr Ausfallrisiko steigt mit der Zeit und verletzt die Gedachtnislosigkeit. In diesen Fallen greift man auf flexiblere Verteilungen wie die Weibull-Verteilung zuruck, die die Exponentialverteilung durch eine steigende oder fallende Ausfallrate verallgemeinert. Die Exponentialverteilung bleibt dennoch das Referenzmodell fur Wartezeiten und die Grundlage, von der ausgefeiltere Analysen ausgehen.
Aktualisiert im Juli 2026
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