Farey-Folge Rechner F_n (Brüche, Mediant)

Farey-Folge F_n Rechner: reduzierte Brüche p/q geordnet, Kardinalität über Eulers Totient, Mediant (a+c)/(b+d), Nachbarn und tangierende Ford-Kreise berechnen.

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Die Farey-Folge

F_n ist die geordnete Folge aller reduzierten Brüche p/q in [0, 1] mit Nenner q <= n. Benannt nach John Farey (1816), obwohl Charles Haros dieselben Ergebnisse 1802 veröffentlichte. Anwendungen in Zahlentheorie, komplexer Dynamik, Ford-Kreisen und rationalen Approximationen.

Beispiele

  • F_1 = {0/1, 1/1}
  • F_2 = {0/1, 1/2, 1/1}
  • F_3 = {0/1, 1/3, 1/2, 2/3, 1/1}
  • F_5 = {0/1, 1/5, 1/4, 1/3, 2/5, 1/2, 3/5, 2/3, 3/4, 4/5, 1/1}
  • |F_n| wächst: 2, 3, 5, 7, 11, 13, 19, 23, 29, 33...

Kardinalität via Euler

|F_n| = 1 + Sigma_{k=1}^{n} phi(k). Asymptotik: |F_n| ~ 3 n^2 / pi^2. Verbindung zu zeta(2) = pi^2/6.

Mediant-Eigenschaft

mediant(p/q, p'/q') = (p+p')/(q+q'). NICHT das arithmetische Mittel. Sind p/q und p'/q' benachbart in F_n, ist ihr Mediant der Bruch mit kleinstem Nenner strikt zwischen beiden.

Farey-Satz (1816)

Wenn p/q und r/s aufeinanderfolgend in F_n: qr - ps = 1. Farey-Matrizen in SL(2, Z).

Fünf Modi

  1. F_n generieren.
  2. Kardinalität.
  3. Mediant.
  4. Nachbarn.
  5. Ford-Kreise.

Ford-Kreise

C(p/q): Mittelpunkt (p/q, 1/(2q^2)), Radius 1/(2q^2). Extern tangierend genau dann, wenn Brüche in einem F_n benachbart. Füllt obere Halbebene.

Stern-Brocot

Stern-Brocot-Baum: jede positive rationale Zahl erscheint genau einmal. F_n ist Projektion auf [0,1] von Knoten geeigneter Tiefe.

Historischer Kontext

Charles Haros veröffentlichte die Hauptergebnisse 1802 und nahm Farey (1816) vorweg. Augustin-Louis Cauchy gab 1817 den ersten strengen Beweis. Lester Ford führte 1938 die Ford-Kreise ein. Die Theorie setzte sich mit Hardy-Littlewood, Franel, Landau fort und verband die Farey-Verteilung mit der Riemann-Hypothese.

Anwendungen

  • Zahlentheorie: optimale rationale Approximationen, Pell-Gleichung, Kettenbrüche.
  • Komplexe Dynamik: Ford-Kreise, Fuchssche Gruppen, modulare Dynamik.
  • Kryptographie: Stern-Algorithmus für Koprim-Generatoren.
  • Informatik: Bruch-Sortierung, kompakte rationale Darstellungen.
  • Physik: rationale Quantenzustände, Resonanzen.
  • Musik: reine Stimmung, Oktavteilung, rationale Skalen.

Farey-Folgen und die Riemannsche Vermutung

Eine der tiefsten Verbindungen der Mathematik knupft Farey-Folgen an die Riemannsche Vermutung. Ordnet man die Elemente von F_n als r_1 < r_2 < ... < r_m, so definiert man die Diskrepanz d_i = r_i - i/(m-1) zwischen der tatsachlichen Position und der eines vollkommen gleichmassigen Abstands. Der Satz von Franel-Landau (1924) besagt, dass die Riemannsche Vermutung dazu aquivalent ist, dass die Summe der |d_i| langsamer als n^(1/2+e) fur jedes e > 0 wachst. Anders gesagt: wie regelmassig die Farey-Bruche das Intervall [0,1] fullen, kodiert die Lage der nichttrivialen Nullstellen der Zeta-Funktion.

Eine aquivalente Formulierung nutzt die Summe der quadrierten Diskrepanzen: RH gilt genau dann, wenn diese Summe O(n^(-1+e)) ist. Diese Kriterien verwandeln ein Problem uber die komplexen Nullstellen von Zeta in eine konkrete, prufbare Frage uber die Verteilung rationaler Zahlen.

Diophantische Approximation und Kettenbruche

Farey-Folgen liefern den naturlichen Algorithmus, um die beste rationale Naherung einer reellen Zahl unter einer Nennerschranke zu finden. Bei einer Schranke n sind die beiden Farey-Nachbarn einer irrationalen Zahl x in F_n die Bruche p/q und r/s mit q,s ≤ n, die x von unten und von oben am nachsten liegen: einer von beiden ist die bestmogliche Naherung unter dieser Bedingung. Der Mediant (p+r)/(q+s) ist genau der nachste Kandidat, den der Stern-Brocot-Algorithmus einfugt, und er erzeugt die Naherungsbruche eines Kettenbruchs.

Deshalb verbindet der Rechner die Modi Mediant, Nachbarn und Stern-Brocot-Baum: sie sind drei Sichten desselben Verfeinerungsprozesses. Die Unimodularitat qr - ps = 1 garantiert, dass jeder gekurzte Bruch genau einmal auftritt und die Naherungsbruche abwechselnd ober- und unterhalb des Zielwerts liegen, die Signatur der optimalen diophantischen Approximation nach dem Satz von Hurwitz.

Aktualisiert im Juli 2026

Häufig gestellte Fragen

Was ist die Farey-Folge der Ordnung n?

Es ist die geordnete Menge aller gekurzten Bruche p/q zwischen 0 und 1, deren Nenner q hochstens n betragt. Zum Beispiel F_3 = 0/1, 1/3, 1/2, 2/3, 1/1. Jeder Bruch erscheint vollstandig gekurzt mit gcd(p,q)=1, und die Elemente sind streng aufsteigend geordnet.

Wie viele Bruche enthalt F_n?

Die Kardinalitat ist |F_n| = 1 + die Summe von phi(k) fur k von 1 bis n, wobei phi die Eulersche Phi-Funktion ist. Die ersten Werte sind 2, 3, 5, 7, 11, 13. Asymptotisch wachst |F_n| wie 3 n^2 / pi^2, also etwa 0,304 n^2 Bruche fur grosse Ordnungen.

Was ist die Mediant-Eigenschaft?

Der Mediant von a/b und c/d ist (a+c)/(b+d): Zahler und Nenner werden getrennt addiert. Es ist nicht das arithmetische Mittel. Sind a/b und c/d in einer Farey-Folge benachbart, ist ihr Mediant der erste Bruch, der bei hoherer Ordnung zwischen ihnen erscheint, Grundlage des Stern-Brocot-Baums.

Was besagt der Satz von Farey?

Sind p/q und r/s zwei benachbarte Bruche in F_n, so gilt qr - ps = 1. Diese Unimodularitatsbedingung ist bemerkenswert stark: sie besagt, dass kein anderer Bruch mit Nenner ≤ n zwischen ihnen liegt und jede gekurzte rationale Zahl genau einmal in der Folge auftritt.

Was sind Ford-Kreise?

Jedem gekurzten Bruch p/q ordnet man einen Kreis zu, der die reelle Achse in p/q beruhrt und den Radius 1/(2 q^2) hat. Zwei Ford-Kreise uberschneiden sich nie und beruhren sich aussen genau dann, wenn die Bruche in einer Farey-Folge benachbart sind, was die Struktur geometrisch veranschaulicht.

Wie hangt es mit dem Stern-Brocot-Baum zusammen?

Der Stern-Brocot-Baum erzeugt alle gekurzten Bruche, indem er wiederholt den Medianten zwischen benachbarten Nachbarn einfugt, ausgehend von 0/1 und 1/0. Farey-Folgen sind die waagerechten Schnitte dieses Baums beschrankt auf Nenner ≤ n, teilen also die Mediant-Arithmetik und die Eigenschaft qr - ps = 1.

Helfen Farey-Folgen bei der Naherung reeller Zahlen?

Ja: die beiden Farey-Nachbarn einer irrationalen Zahl x in F_n sind die besten rationalen Naherungen mit Nenner bis n, eine von unten und eine von oben. Durch Iteration des Medianten erhalt man die Naherungsbruche des Kettenbruchs von x, mit dem optimalen Fehler nach dem Satz von Hurwitz.

Warum tauchen sie in der Riemannschen Vermutung auf?

Der Satz von Franel-Landau von 1924 zeigt, dass die Riemannsche Vermutung einer genauen Gleichmassigkeitsrate in der Verteilung der Farey-Bruche uber [0,1] entspricht. Die Abweichungen vom gleichmassigen Abstand mussen unter n^(1/2+e) bleiben und verbinden diese elementaren rationalen Zahlen mit den Nullstellen von Zeta.

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